Der Zustand der Weßniger Orgel im Jahr 2006

C. Geißler, Eilenburg, 1879, op. 74, II+P/13, 3 Kastenbälge

E: verwahrlost, unspielbar, alle Metallpfeifen + kleine Holzpfeifen gestohlen, Traktur + Spielschrank beschädigt, Prospektpfeifen fehlen, Gebläse zum Treten

Abschrift von http://www.kirchenkreis-torgau-delitzsch.de

Das Orgelinventar im ehemaligen Kreis Torgau von dem Verfasser: Jiri Kocourek (Dresden)

Zeichenerklärung:
E = Erhaltungszustand
II+P/10 = Orgle mit 2 Manualen und Pedal und 10 klingenden Registern

 

Nur noch eine leere Hülle.

Die Weßniger Orgel.

 

Nur noch eine leere Hülle.

 
 

Wie alles begann:
Auszug
Geschichte der Parochie Weßnig.
Dem verehrten Patronat und der Kirchfahrt Weßnig zum 100 jährigem Jubiläum der Kirche daselbst gewidmet von ihrem Pfarrer (Gustav Paul Schräpler). Weßnig 1904.

. . . Bei der Einweihung des Gotteshauses im Jahre 1803 fehlte noch eine Orgel.

Die Rittergüter hatten aus eigenen Mitteln dieselbe schaffen wollen; jedoch wurde diese löbliche Absicht wegen des Einspruchs von Pülswerda erst 1819 ausgeführt, nachdem die verstorbene Frau von Görne auf Weßnig in ihrem Testamente ein Legat von 500 Taler ausgesetzt hatte. Zu dieser Summe schenkte die verwitwete Frau von Griesheim noch 100 Taler und andere 100 Taler wurden von den eingepfarrten Rittergütern zugelegt.

Diese Orgel, die von dem Orgelbauer Flemming in Torgau erbaut wurde, hat der Kirche gedient, bis sie in der jetzigen Orgel im Jahre 1879 einen würdigen Ersatz bekam.

Schon 1857 wird berichtet, daß die alte Orgel total defekt sei.

Doch die nötigeren Ausgaben für den Schulhausbau im Jahre 1831 und 1855 und für den Pfarrhausbau (1848) hatten die Finanzkraft der Gemeinden stark in Anspruch genommen, so daß die Orgelanschaffung zurückgestellt werden mußte.

Vom Jahre 1874 an wurden Geldmittel gesammelt und im Jahre 1879 wurde die neue Orgel angeschafft, die wir heute besitzen.

Sie ist ein Werk des Orgelbaumeisters Geißler in Eilenburg, bestehend aus 2 Manualen und 16 Registern und kostet exklusive Transportkosten 3947 Mark.

     

Zeichnung aus dem Angebot von Conrad Geißler.

Zeichnung aus dem Angebot von Conrad Geißler.

     
Im Bericht des Torgauer Kreisblattes vom 16. August 1879 wird das neue Werk in seiner Konstruktion und seinem Klang gelobt und betont, daß es der stattlichen Landkirche entsprechend sei.
     

Torgauer Zeitung vom 16.08.1879

     
Am 10. August 1879 wurde die Orgel eingeweiht . . .
     
Leider wurde unsere Kirche in den 1970er Jahren ein Opfer der geschichtlichen Entwicklung in der DDR. Sie wurde aufgegeben, nicht mehr genutzt, verwahrlost, zerstört . . .

und so erging es auch der Orgel aus dem Jahr 1879 des Orgelbaumeisters Conrad Geißler.

     
     

Bestandsaufnahme 1986

     
Noch 1986 war ein Rest der Orgel vorhanden . . .

Am 24.10.1986 berichtet der Orgelpfleger Berndt Bartholo über die Weßniger Orgel: stark verschmutzt, kein Bestand an Metallpfeifen, Holzpfeifen überwiegend vorhanden und brauchbar. Tastatur teilweise zerstört. Restbestand durch Feuchtigkeit akut gefährdet. Er empfiehlt die Orgel zur Wiederverwendung in anderer Gemeinde freizugeben oder die Ersatzteilgewinnung.

     
     
     

Hier ein paar Bilder (März 2007)

 
Orgel03 Orgel01 Orgel02

Blick von der Orgelempore

Blick von der Orgelempore

 

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